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Versteigerungsbedingungen

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1. Auktion

1.1. Die freiwillige öffentliche Versteigerung [§§ 383 Abs. 3, 474 Abs. 1 S. 2 BGB] wird durchgeführt von der Firma Winkler Auktionen GmbH – nach­stehend „Ver­steigerer“ –, die das Auktionsgut als Kommissionär im eigenen Namen und für Rechnung des Einlieferers versteigert.

1.2. Der Versteigerer bestimmt diejenige natürliche Person, welche die Versteig­erung in seinem Namen und Auftrag leitet, soweit nicht er selbst die Leitung übernimmt. Ein Vertrag zwischen dem Käufer und diesem Perso­nenkreis kommt nicht zustande.

1.3. Die Versteigerungsbedingungen gelten unmittelbar für die Auktion und ent­sprechend für den Nachverkauf von Objekten, die in der Versteigerung nicht zu­geschlagen wurden, näher 13.1.

1.4. Diese Versteigerungsbedingungen werden im Katalog, im Internet und in den Räumlichkeiten des Versteigerers veröffentlicht. Durch Erteilung ei­nes Auf­trages oder durch Abgabe eines Gebotes erkennt der Käufer/Bieter die Geltung der Versteigerungsbedingungen ausdrücklich an.

1.5. Eigene Geschäftsbedingungen des Käufers/Bieters haben in keinem Fal­le Geltung.

1.6 Sollten die deutsch- und englischsprachigen Versteigerungsbedingungen von einander abweichen, geht in jedem Fall die deutsche Fassung vor.


2. Katalog

2.1. Sollten die deutsch- und englischsprachigen Katalogangaben von einan­der abweichen, ist die deutsche Version des Kataloges maßgebend; fremd­sprachige Katalogangaben sind lediglich ein Service des Versteigerers und für das Rechts­verhältnis zum Käufer ohne Belang.

2.2. Ist fraglich, welches Objekt vom Käufer beboten und auf der Auktion zuge­schlagen wurde, ist die im Katalog genannte Nummer maßgebend, insbesonder­e nicht: der Titel.

2.3. Einlieferer und Versteigerer übernehmen keine Haftung dafür, ob Reprodukt­ionen und Fotos im gedruckten Katalog farblich vom Original des Objekts abwei­chen.

2.4. Der Versteigerer darf Katalognummern verbinden, trennen und, soweit ein besonderer Grund vorliegt, in einer anderen als der im Katalog vorgese­henen Reihenfolge aufrufen oder zurückziehen.


3. Preise

3.1. Die im Katalog der Winkler Auktionen GmbH angegebenen Schätzprei­se sind lediglich ein unverbindlicher Anhaltspunkt für den Käufer; sie kön­nen Min­destzuschlagspreise sein, wenn der Versteigerer mit dem Einliefe­rer ein Limit vereinbart hat.

3.2. Alle Schätzpreise sind in Euro beziffert; dementsprechend werden Zuschläg­e in Euro erteilt. Jede Angabe von Fremdwährungen ist rechtlich un­verbindlich.

3.3. Der für das zugeschlagene Objekt zu bezahlende Gesamtkaufpreis setzt sich zusammen aus: a) Dem Zuschlagspreis [Hammerpreis]; b) der Provisi­on des Versteigerers [Aufgeld]; c) dem Anteil der in 9.2. geregelten Folgerechtsabg­abe; d) der Umsatzsteuer, soweit nicht im Aufgeld enthalten; e) ggf. im Einzelfall anfallende und vom Versteigerer nachzuweisende Kosten oder vereinbarte Um­lagen.


4. Bieter

4.1. Jeder Bieter erhält nach Vorlage eines gültigen Personaldokumentes und Zulassung zur Auktion vom Versteigerer eine Bieternummer. Nur unter dieser Nummer abgegebene Gebote werden auf der Auktion berücksichtigt. Von Bie­tern, die dem Versteigerer noch unbekannt sind, benötigt die Wink­ler Auktionen GmbH spätestens 24 Stunden vor Beginn der Auktion eine schriftliche Anmel­dung nebst zeitnaher Bankreferenz, die hinreichend Aus­kunft gibt über die Boni­tät des Bieters. Unabhängig davon können Bieter nach Ermessen des Versteige­rers aufgefordert werden, vor Abgabe eines Gebotes ausreichend Sicherheiten zu leisten; wird dem Verlangen nicht ent­sprochen, darf das Gebot unberücksich­tigt bleiben.

4.2. Bietern steht es frei, ihr Gebot im Versteigerungssaal, schriftlich oder per E-Mail vor der Auktion oder telefonisch abzugeben; im Übrigen gilt 5.6. Ein Wider­ruf des Gebots nach dem Recht für Fernabsatzverträge ist ausge­schlossen, vgl. §§ 312 b - d BGB.

4.3. Bieter erwerben, soweit der Zuschlag erteilt wird, grundsätzlich im ei­genen Namen und für eigene Rechnung. Will ein Interessent Gebote im Na­men eines Dritten abgeben, hat er dies spätestens 24 Stunden vor Auktions­beginn unter Nennung von Namen und Anschrift des Vertretenen sowie un­ter Vorlage einer zeitnah erteilten schriftlichen Vollmacht der Winkler Auk­tionen GmbH ausdrück­lich mitzuteilen. Anderenfalls kommt der Kaufver­trag bei Zuschlag mit dem Bieter zustande. In Fällen einer Stellvertretung ist der in 4.1. geregelte Bonitätsnach­weis für den Vertretenen zu führen. Zwingende Bestimmungen des gesetzlichen Vertretungsrechtes [§§ 164 ff. BGB] bleiben unberührt.

4.4. Gibt der Bieter im Auftrag eines Dritte ein Gebot ab, so unterwirft er den Drit­ten diesen ‚Versteigerungsbedingungen’. Der Bieter und der Dritte haften ge­samtschuldnerisch für sämtliche Verpflichtungen, die sich aus dem Gebot erge­ben.


5. Abgabe von Geboten

5.1. Gebote von Interessenten, die im Auktionssaal anwesend sind, werden durch deutliches Zeigen der Bieternummer abgegeben.

5.2. Gebote können auch in Abwesenheit abgegeben werden; und zwar schrift­lich [5.3.] oder telefonisch [5.4.] sowie per E-Mail [5.5.]. Gebote von Abwesenden werden nur zugelassen, wenn der Bieter mindestens 24 Stun­den vor Beginn der Auktion beim Versteigerer die Zulassung beantragt hat. Der Antrag muss das Objekt mit Katalognummer und Titel benennen. Im Zweifelsfall ist die Katalo­gnummer maßgebend; Unklarheiten gehen zu Las­ten des Bieters. Für die Bear­beitung der Gebote in Abwesenheit übernimmt der Versteigerer keine Gewähr. Insbesondere haftet er nicht für das Zustan­dekommen und die Aufrechterhaltung von Telekommunikationsverbindun­gen oder Übermittlungsfehler. Dies gilt nicht, soweit der Versteigerer einen Fehler wegen Vorsatzes oder grober Fahrlässig­keit zu vertreten hat.

5.3. Ein schriftliches Gebot muss u.a. vom Bieter persönlich unterzeichnet sein und den für das Objekt gebotenen Kaufpreis [3.3.a)] beziffert nennen. Alle schriftlichen bzw. per E-Mail eingereichten Gebote gelten als in der Versteige­rung bereits abgegebene Gebote. Liegen mehrere gleich hohe schriftliche Gebo­te für dasselbe Objekt vor, erhält das zuerst eingetroffene Gebot den Zuschlag, wenn kein höheres Gebot vorliegt oder abgegeben wird; bei gleichem Eingangs­tag entscheidet das Los. Jedes schriftliche Ge­bot, das grundsätzlich als Maxi­malgebot gilt, wird vom Versteigerer interes­sewahrend nur insoweit in Anspruch genommen, wie dies zum Überbieten eines anderen Gebotes notwendig ist.

5.4. Telefonische Gebote werden durch im Auktionssaal anwesende Perso­nen [Telefonisten] für den Bieter ausgeführt; sie können vom Versteigerer aufge­zeichnet werden. Mit dem Antrag zum telefonischen Bieten erklärt der Bieter sein Einverständnis mit der Aufzeichnung.

5.5. Ein Gebot, welches per E-Mail abgegeben wird, muss den Bietenden zwei­felsfrei identifizieren und unter Verwendung des hierfür vom Versteige­rer vorge­sehenen Formulars erfolgen. Unklarheiten gehen zu Lasten des Bieters und be­rechtigen den Versteigerer, das Gebot unberücksichtigt zu lassen. Im übrigen gelten auch für Gebote per E-Mail die Regelungen in 5.3.

5.6. Soweit die Winkler Auktionen GmbH für Gebote in Abwesenheit be­stimmte Formulare vorsieht, müssen diese verwendet und vom Bieter ggf. unterzeichnet werden. Eigene Formulare des Bieters werden nicht akzep­tiert.



6. Ablauf der Auktion und Zuschlag

6.1. Der Versteigerer eröffnet und erhöht die Gebote nach seinem Ermessen in ihm richtig erscheinenden Schritten, unter Berücksichtigung des jeweili­gen Schätzpreises sowie der vorliegenden Gebote.

Der Versteigerer ist dabei befugt, namens des Einlieferers/Verkäufers bis zur Höhe des mit diesem vereinbarten Mindestpreis mitzubieten. Zur Of­fenlegung ei­nes solchen Gebotes für den Einlieferer/Verkäufer ist der Ver­steigerer nicht ver­pflicht.

Der Käufer verzichtet auf alle sich aus vorstehender Bestimmung möglicherweis­e ergebenden Ansprüche gegen den Versteigerer oder den Verkäu­fer, es sei denn, diese beruhen auf vorsätzlichem oder fahrlässigem Verhal­ten.

6.2. Der Zuschlag wird dem höchsten Gebot erteilt, wenn ein Übergebot nicht vorliegt und der vom Verkäufer festgelegte Mindestpreis erreicht ist. Der Zu­schlag wird erteilt, wenn nach dreimaligem Aufruf eines Gebotes kein höheres Gebot abgegeben wird. Die Annahme des Höchstgebotes er­folgt mit dem Fall des Hammers.

6.3. Der Käufer bleibt an sein Gebot auch dann gebunden, wenn ein nachfolgend­es Übergebot vom Versteigerer abgelehnt wird oder dessen Unwirk­samkeit spätestens einen Monat nach Erteilung des Zuschlages feststeht.

6.4. Der Versteigerer kann nicht nur ein Gebot ablehnen und / oder den Zu­schlag verweigern. Er kann insbesondere einen erteilten Zuschlag auch zurückn­ehmen und das Objekt erneut aufrufen, wenn ein rechtzeitig abgege­benes höhe­res Gebot irrtümlich übersehen wurde oder sonst Zweifel über den Zuschlag be­stehen; mit dem erneuten Aufruf und/ oder Zuschlag wird der frühere Zuschlag unwirksam.

6.5. In Einzelfällen kann der Versteigerer, so insbesondere bei Nichterrei­chen ei­nes mit dem Einlieferer vereinbarten Mindestpreises, den Zuschlag unter Vorbe­halt erteilen; darauf wird bei Erteilung des Zuschlags durch den Auktionator durch den Hinweis „unter Vorbehalt“ oder „u.V.“ ausdrücklich hingewiesen. Der unter Vorbehalt erteilte Zuschlag wird nur wirksam, wenn die Winkler Auktionen GmbH das Gebot innerhalb von einem Monat nach dem Tage der Versteigerung schriftlich oder konkludent u.a. durch Rech­nungsstellung bestätigt. Zur fristge­mäßen Bestätigung des Vorbehaltszu­schlages genügt die rechtzeitige Absen­dung innerhalb der Mo­natsfrist an die dem Versteigerer bekannt gegebene Adresse des Käufers. Ohne Bestätigung des Vorbehaltszuschlages erlischt die­ser mit Ablauf der vorgenannten Fristen.

6.6. Mit dem Zuschlag geht die Gefahr der zufälligen Verschlechterung oder des Untergangs des zugeschlagenen Objekts auf den Käufer über. Dieser hat seine Erwerbung spätestens binnen 2 Wochen nach Erteilung des Zuschla­ges abzuho­len. Ergänzend gilt 8.1.

6.7. Der Versteigerer ist nicht verpflichtet, das Objekt vor vollständiger Bezahl­ung aller vom Käufer geschuldeten Beträge herauszugeben.


7. Fälligkeit und Zahlung

7.1. Die vom Käufer geschuldeten Beträge [3.3.] sind mit dem Zuschlag fäl­lig.

7.2. Alle Rechnungen, die während oder unmittelbar nach der Auktion aus­gestellt werden, stehen unter Vorbehalt der Nachprüfung.

7.3. Zahlungen sind grundsätzlich in bar geschuldet. Unbare Zahlungen – incl. solcher per Scheck – bedürfen der Vereinbarung im Einzelfall und wer­den nur erfüllungshalber angenommen. Alle Kosten, Steuern, Spesen etc. einer unbaren Zahlung gehen zu Lasten des Käufers.

7.4. Zahlungsverzug tritt 2 Wochen nach Rechnungsdatum ein. Jede Mah­nung wird dem Käufer mit einer Pauschale von € 15,- pro Schreiben berech­net. Vom Eintritt des Verzuges an verzinst sich der gesamte Kaufpreis – un­beschadet wei­terer Ansprüche auf Seiten des Versteigerers bzw. des Einlie­ferers/Verkäufers – mit 2,5 % p.m. Der Einlieferer kann handelnd durch den Versteigerer, der nach seinem Ermessen entscheidet –auf Zahlung nebst Abnahme bestehen oder nach Setzen einer Nachfrist von 2 Wochen vom Kaufvertrag zurücktreten. Das Recht, Schadensersatz zu verlangen, wird durch einen Rücktritt nicht ausge­schlossen. Die Winkler Auktionen GmbH kann u.a. ihren eigenen Schaden beim Käufer liquidieren. Mit dieser Maßgabe beläuft sich der Schadensersatzanspruch gegen den Käufer auch auf die Einlieferer- und Käuferprovision des Versteige­rers, die Kosten der Insertion, Katalogabbildung und Versicherung sowie die Kosten der Rück­lieferung und einer etwaigen – neuerlichen Versteigerung incl. anfallender Lager-, Handlings- und weiterer Versicherungskosten. Darüber hin­aus hat der säumige Käufer die Kosten der Rechtsverfolgung sowie den mögli­chen Mindererlös bei neuerlicher Versteigerung auszugleichen; auf Herausgabe eines Mehrerlöses hat er keinen Anspruch. Soweit vorstehende Ansprüche dem Eigentümer zustehen, kann die Winkler Auktionen GmbH diese unmit­telbar ge­genüber dem Käufer im eigenen Namen geltend machen [Prozessstandschaft].

7.5. Das Eigentum an dem zugeschlagenen Objekt geht erst nach vollständi­ger Zahlung des geschuldeten Rechnungsbetrages an den Versteigerer auf den Käufer über.

7.6. Der Käufer kann sowohl gegenüber dem Eigentümer wie gegenüber der Winkler Auktionen GmbH nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festge­stellten Forderungen aufrechnen. Zurückbehaltungs- und Leistungsverwei­gerungsrechte stehen ihm, soweit er Kaufmann im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen ist, nicht zu.

7.7. In Fällen von 7.4. [2. Absatz] ist der Versteigerer berechtigt, den Käufer von Geboten in weiteren Versteigerungen auszuschließen; sie darf seinen Namen und seine Adresse zu Sperrzwecken an andere Auktionshäuser wei­tergeben.

8. Abholung von versteigerten Objekten

8.1. Die Winkler Auktionen GmbH lagert und versichert das vom Käufer nach 6.6. abzuholende Objekt in Höhe des Hammerpreises auf ihre Kosten bis zum Ablauf der 2 - Wochenfrist; die Versicherung deckt alle Sachgefah­ren [incl. Feu­er/Wasser/ Diebstahl/ Einbruchdiebstahl/ Vandalismus] so­wie das Risiko des Ab­handenkommens und der Beschädigung des Kunst­werkes in den Räumlichkei­ten des Versteigerers. Nach Ablauf der 2- Wo­chenfrist hat der Versteigerer das Recht, das Objekt im Namen und auf Rechnung des Käufers bei einer Spedition einzulagern und versichern zu lassen oder gegen Berechnung einer Tagespauschale für Lager- und Versi­cherungskosten in eigenen Räumen einzulagern; die Pauschale ist größen­abhängig und reicht pro Objekt von € 1,- bis € 5,- täglich.

8.2. Der Versand zugeschlagener Objekte erfolgt ausschließlich nach schriftlic­her Instruktion des Käufers. Die Winkler Auktionen GmbH haftet nur für ord­nungsgemäße Auslieferung des Objekts an den Spediteur, den Fracht­führer oder die sonst zur Ausführung der Versendung bestimmte Personen; es gilt § 447 Abs. 1 BGB.


9. Käuferprämie und Umsatzsteuer; Folgerechtsabgabe

9.1. Zusätzlich zum Zuschlagspreis hat der Käufer ein Aufgeld von 24 % zu be­zahlen. Darin ist die gesetzliche Mehrwertsteuer, die derzeit 19 % beträgt, ent­halten; sie wird nicht mehr separat ausgewiesen. Im Einzelnen gelten die Rege­lungen von § 25 a UStG, sog. Differenzbesteuerung. Gegenstände, die mit ei­nem “*” markiert sind, unterliegen der regulären Umsatzbesteuerung. Auf den Zuschlagspreis und das dann Nettoaufgeld wird die Mehrwertsteu­er von 19 % erhoben und auf der Rechnung separat ausgewiesen. Auf ergän­zende Erläute­rungen im Katalog wird Bezug genommen. Im innereuropäi­schen Verkehr ist eine Teilnahme am Ust – ID – Verfahren möglich. Eine Erstattung der Umsatz­steuer ist in allen Fällen nur bei Exporten außerhalb der EU möglich.

9.2. Der Käufer übernimmt im Verhältnis zum Eigentümer die Zahlung der ge­setzlichen Folgerechtsabgabe zur Hälfte. Sie ist auf der Rechnung separat aus­gewiesen und wird gemäß § 26 Abs. 1 UrhG geschuldet bei Veräußerung von Originalen eines Werkes der Bildenden Künste, an denen das Urheber­recht noch nicht erloschen ist.

9.3. Unberührt bleibt die Verpflichtung des Käufers, die in diesen Versteigerungsb­edingungen geregelten Kosten wie Mahngebühren, Transport- und Versicherungskosten, Kosten der Rechtsverfolgung, Zinsen etc. zu bezah­len.

9.4. Der Versteigerer ist berechtigt, vorstehende Ansprüche – auch soweit sie in der Person des Eigentümers bestehen – im eigenen Namen gegenüber dem Käufer geltend zu machen und ggf. einzuklagen.


10. Prüfungspflicht des Käufers

10.1. Sämtliche Gegenstände, die zur Versteigerung gelangen, sind grundsätzl­ich gebraucht; sie haben ein gewisses Alter und befinden sich in einem Zustand – insbesondere Erhaltungszustand, der ihrer Provenienz, ihrem Al­ter, ihrer bishe­rigen Verwendung und ihrem bisherigen Gebrauch ent­spricht. Sie werden mit al­len Fehlern und Mängeln sowie ggf. irrtümlichen Beschreibungen versteigert. Dementsprechend werden alle Objekte vom Versteigerer in demjenigen Zustand zugeschlagen, in dem sie sich bei Ertei­lung des Zuschlages befinden [„as is“].

10.2. Der Käufer ist dementsprechend verpflichtet, Zustand und Beschrei­bung des betreffenden Gegenstandes vor der Auktion in Augenschein zu nehmen und zu überprüfen. Hierbei hat er sich ggf. - insbesondere bei großer räumlicher Ent­fernung - der Hilfe Dritter zu bedienen. Ferner hat er sich durch unabhängige Fachberatung von Urheberschaft, Zuweisung, Au­thentizität oder Echtheit, Ur­sprung, Datum oder Alter, Herkunft oder Zu­stand des betreffenden Loses zu überzeugen, soweit dieses im Hinblick auf die eigene Fachkenntnis des Käufers und den Wert des Gegenstandes ange­messen ist.

10.3. Der tatsächliche Zustand ist vereinbarte Beschaffenheit im Sinne der ge­setzlichen Bestimmungen [§ 434 Abs. 1 Satz 1 BGB] auch dann, wenn der Ver­steigerer dem Käufer auf sein Verlangen einen Zustandsbericht übermit­telt hat. Derartige Zustandsberichte enthalten keine abweichende Indivi­dualabrede von dem, was in 10.1./10.2. geregelt ist und bringen lediglich die subjektive Einschät­zung der Winkler Auktionen GmbH zum Ausdruck. Es handelt sich um einen Kundenservice, aus dem seitens des Käufers von die­sen Versteigerungsbedin­gungen abweichende oder über sie hinausgehende Zusagen nicht hergeleitet werden können.

10.4. Beanstandungen, die gegenüber dem Zustand/ Erhaltungszustand des Ob­jekts möglich sind, finden im Auktionskatalog und einem Zustandsbe­richt nur Er­wähnung, wenn sie nach Einschätzung des Versteigerers den optischen Ge­samteindruck des Objekts deutlich beeinträchtigen. Insoweit ergibt sich aus feh­lenden Hinweisen auf Reparaturen, Ergänzungen oder sonstigen Maßnahmen am Objekt, Restaurierungen, Beschädigungen etc. nicht, dass sich das Objekt in objektiver Hinsicht in einem nicht zu bean­standenden Zustand befindet.


11. Katalogbeschreibungen [im Übrigen]

11.1. Alle Angaben im Katalog, Illustrationen oder entsprechende Präsenta­tionen im Internet beruhen auf den bis zum Zeitpunkt der Auktion veröf­fentlichten und sonst allgemein zugänglichen wissenschaftlichen Erkennt­nissen und auf den An­gaben des Einlieferers. Sie stellen keine zugesicherte Eigenschaft, Beschaffen­heitsvereinbarung oder Garantie dar. Etwaige Hin­weise auf bestimmte Fehler oder Mängel dienen lediglich der Unterstützung des Käufers, erheben jedoch keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird davon ausgegangen, dass der Käufer hinsichtlich sämtlicher Einzelheiten, über deren Vorhandensein er ange­sichts seiner Fachkenntnisse und bei An­wendung gebührender Sorgfalt hätte Kenntnis haben müssen, Kenntnis ge­habt hat. Elektrische oder mechanische Gegenstände werden vom Verstei­gerer nicht auf Funktionstüchtigkeit, Betriebs­sicherheit oder andere Aspek­te überprüft.

11.2. Der Versteigerer behält sich vor, Katalogangaben über die zu versteigernd­en Objekte zu berichtigen oder Objekte zurückzuziehen. Die Berichti­gung von Beschreibungen oder der Zurückzug von Objekten erfolgt durch schriftlichen Aushang am Ort der Versteigerung und mündlich durch den Auktionator unmittel­bar vor der Versteigerung. Die berichtigten Angaben treten an die Stelle der Ka­talogbeschreibung.


12. Gewährleistungsrechte und Haftung

12.1. Gewährleistungs- und Schadensersatzansprüche des Käufers richten sich nach den folgenden Bestimmungen.

12.2. Die Winkler Auktionen GmbH ist im Hinblick auf das Tatsachenmate­rial für die zur Versteigerung angebotenen Objekte weitgehend vom Einlie­ferer/Verkäu­fer abhängig. Der Versteigerer hat nicht die Möglichkeit, für je­des Objekt eine umfassende Expertise zu erstellen, und macht dieses auch nicht. Im Rahmen der Bestimmung in 10.2. der Versteigerungsbedingungen hat der Käufer selbst die notwendigen Überprüfungen und Untersuchungen durchzuführen.

12.3. Die Haftung der Winkler Auktionen GmbH und/oder des Einlieferers für Sachmängel ist ausgeschlossen, es sei denn, es ist in diesen Versteigerungsbed­ingungen ausdrücklich etwas anderes bestimmt. Der Versteig­erer gibt gegenüber dem Käufer keinerlei Zusicherungen oder Garantieerklärung­en ab; stillschweigende Garantien oder Zusicherungen sind ausgeschlossen.

12.4. Bei Ansprüchen auf Schadensersatz ist die Haftung der Winkler Auk­tionen GmbH in allen Fällen, mit Ausnahme bei der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit und bei groben Verschulden (§ 309 Ziffer 7. BGB), beschränkt auf Fälle von Vorsatz und grober Fahrlässigkeit. Eine Haftung für mittelbare oder un­typische Schäden, sowie für Schäden, die durch höhe­re Gewalt, einschließlich Krieg, dem Einsatz von Kriegswaffen unter Ver­wendung von Atomspaltung oder radioaktiver Verseuchung hervorgerufen werden oder terroristischen Handlun­gen (in dem Sinne, wie sie von der Versicherung der Winkler Auktionen GmbH definiert und angewandt wer­den), ist ausgeschlossen.

12.5. Der Versteigerer verpflichtet sich jedoch im Sinne kundenfreundlichen Ver­haltens bei Abweichung von Katalogangaben, welche den Wert oder die Taug­lichkeit des Objekts aufheben oder nicht unerheblich mindern, und die innerhalb von sechs Monaten nach Übergabe in begründeter Weise vorge­tragen werden, seine Rechte gegenüber dem Einlieferer gerichtlich geltend zu machen; im Falle einer erfolgreichen Inanspruchnahme des Einlieferers stellt der Versteigerer den Käufer schadlos. Darüber hinaus verpflichtet sich die Winkler Auktionen GmbH für die Dauer von 6 Monaten ab Erteilung des Zuschlages bei erwiesener Un­echtheit zur Rückzahlung des Aufgeldes, vgl. 3.3.b). Dieses steht unter der Be­dingung, dass das Objekt frei von Rech­ten Dritter, die nach der Veräußerung an den Käufer entstanden sind, und in dem Zustand an den Versteigerer zurückge­geben wird, in dem es sich am Auktionstag befunden hat. Die Rückgängigma­chung ist ausgeschlossen, wenn die einzige Methode zur Feststellung der Echt­heit im Einsatz von Ver­fahren besteht, welche unzumutbar kostspielig bzw. prak­tisch undurchführ­bar sind, oder aber zu einer Beschädigung des Objekts oder zu einem Wert­verlust führen.

12.6. Alle etwaigen Ansprüche des Käufers verjähren nach Ablauf eines Jah­res ab Aushändigung des zugeschlagenen Kunstwerkes. Für die Verjährung von An­sprüchen aus der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit und bei gro­ben Verschulden gilt die gesetzliche Verjährungsfrist.


13. Sonstiges; Schlussbestimmungen

13.1. Innerhalb von sechs Wochen nach der Auktion können nichtzugeschla­gene Objekte im Wege des Nachverkaufes erworben werden. Dieser Nach­verkauf ist Teil der Versteigerung; der Interessent gibt entweder persönlich, telefonisch, schriftlich oder per E-Mail sein Angebot mit einem bestimmten Betrag ab derart, dass auch für diese Offerte, ihre Annahme und sonstige rechtliche Behandlung die Bestimmungen der Versteigerungsbedingungen entsprechend gelten.

13.2. Diese Versteigerungsbedingungen regeln sämtliche Beziehungen zwi­schen dem Käufer und der Winkler Auktionen GmbH sowie dem Einliefe­rer.

13.3. Es gilt ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland. Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über Verträge über den Interna­tionalen Warenkauf [CISG] findet keine Anwendung.

13.4. Verhandlungs- und Vertragssprache ist Deutsch. Beschreibungen und Schriftstücke einschließlich dieser AGB, die in anderen Sprachen abgefasst sind, haben nur informellen Charakter und sind nicht maßgebend.

13.5. Erfüllungsort und Gerichtsstand soweit gesetzlich zulässig vereinbar ist je­weils Sitz der Winkler Auktionen GmbH. Der Sitz des Versteigerers ist aus­schließlicher Gerichtsstand, wenn der Käufer Kaufmann im Sinne der gesetzli­chen Bestimmungen ist oder keinen Wohnsitz im Inland unterhält; das gilt auch für Scheck- und Wechselklagen.

13.6. Sollten eine oder mehrere Bestimmungen dieser Versteigerungsbedingung­en unwirksam oder nicht durchführbar sein oder wer­den, bleibt die Gültigkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. Die unwirksame oder nicht durchführbare Bestimmung ist im Einvernehmen der Parteien durch eine wirksame und vollziehbare Bestimmung zu ersetzen, die dem mit der ur­sprünglichen Bestimmung Gewollten am nächsten kommt.

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